Was ist ein Tierheilpraktiker?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn den Beruf des Tierheilpraktikers gibt es in Deutschland nicht.

Es gibt leider bislang keinen gesetzlichen Rahmen und somit auch keinen Schutz der Berufsbezeichnung. Jeder, der Lust hat, darf sich sofort und ohne Prüfung Tierheilpraktiker nennen.

Es gibt verschiedene Verbände und zahlreiche Ausbildungsstätten – Fernstudien, Wochenendkurse oder praxisorientierte, umfangreiche Ausbildungen über zwei Jahre – alles ist möglich. Ein Tierheilpraktiker darf ausschließlich solche Behandlungen durchführen bzw. dazu beraten, die jeder Laie ausführen darf, und er darf nur frei verkäufliche oder apothekenpflichtige Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Pflegemittel einsetzen.

Ein Tierheilpraktiker muss im Grunde selbst einschätzen können, ob seine Grundlagen in Physiologie und Pathologie ausreichen, um beurteilen zu können, dass seine Behandlung Erfolg haben kann – oder ob der Patient besser einem Tierarzt vorgestellt werden sollte. Ich kenne einige sehr gute Tierheilpraktiker, die sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert haben und die zum Teil auch gut mit Tierärzten zusammenarbeiten.

Ich selber bin keine Tierheilpraktikerin

Ich selber bin keine Tierheilpraktikerin und darf mich als Tierärztin auch nicht gleichzeitig als Tierheilpraktikerin bezeichnen. Ich habe die Regelstudienzeit von fünfeinhalb Jahren Tiermedizin absolviert, meine Approbation erhalten, und mich anschließend mehrere Jahre in Mikrobiologie und Klassischer Homöopathie weitergebildet – alles in allem ca. elf Jahre. Ich bin verpflichtet, mich jedes Jahr 45 Stunden fortzubilden – meistens komme ich mit dieser Stundenzahl aber nicht aus, denn es gibt ständig etwas Neues und Spannendes zu lernen.

Bei vielen Patienten ist eine Kombination aus klassischer Tiermedizin und Alternativmedizin sinnvoll

Leider erlebe ich häufig, dass Tierbesitzer ihrem Tierarzt nicht so gerne erzählen, dass das Tier zusätzlich eine alternative Behandlung erhält – geschweige denn, dass diese gut oder besser anzuschlagen schein, als die Therapie des Tierarztes. Das ist schade, denn ich würde mir hier eine bessere Zusammenarbeit wünschen. Außerdem kann es auch problematisch sein, denn es können Wechselwirkungen zwischen beiden Methoden auftreten, die sich gegenseitig blockieren oder fatale Folgen haben können. Ich selber bin auch auf die Zusammenarbeit mit Kollegen angewiesen, weil ich z. B. nicht röntge oder operiere, und ich wünsche mir dann ebenso eine Rückmeldung, wie dies die Kollegen sich von mir wünschen.

Der Behandlungspass für KleintiereDamit Sie als Tierbesitzer und alle Therapeuten rund um Ihr Tier einen besseren Überblick haben, hat die Osteopathin Selina Dörling, mit der ich sehr gerne Patienten zusammen behandle, einen Therapiepass entwickelt. Er ist für Pferde und Hunde erhältlich und kostet 10€. Er ist u.a. direkt bei mir erhältlich.

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