Selektive Entwurmung

Beim Pferd ist es nach wie vor üblich, 3-4x im Jahr mit wechselnden Mitteln zu entwurmen. Diese sogenannte strategische Entwurmung hatte sich in den 60er Jahren entwickelt, um den großen Strongyliden Herr zu werden, die reihenweise Pferde umbrachten. Die Strategie ist in Bezug auf diese Würmer aufgegangen, sie kommen nur noch bei ca. 1% der Pferde in Deutschland vor (andere Länder haben diese Strategie nicht verfolgt, sodass der Prozentsatz wesentlich höher ist).

Resistenzen bei kleinen Strongyliden

Leider haben über die Jahre die kleinen Strongyliden und auch die sehr hartnäckigen Spulwürmer Resistenzen gegen die Antiparasitika entwickelt. Tatsächlich haben wir nur drei Wirkstoffklassen zur Verfügung – viel Wechsel ist da also nicht. Deshalb wurde vor einigen Jahren in Dänemark die sog. Selektive Entwurmung als neue Strategie entwickelt und in unseren Nachbarländern eingeführt.

In Deutschland hat eine Arbeitsgruppe um Prof. Pfister und Dr. Marcus Menzel die Zeitgemäße Selektive Entwurmung eingeführt und kann nach nun sieben Jahren sehr gute Erfolge vorweisen.

 

Wurmkuren sind verschreibungspflichtige Medikamente

Die Abgabe von Wurmkuren ohne vorhergehende Kotprobenuntersuchung, also ohne Diagnostik durch einen Tierarzt, ist nach dem Arzneimittelgesetz und der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung nicht erlaubt. Trotzdem ist es – in Folge des Prinzips der strategischen Entwurmung – die übliche Praxis. Wenn es so weitergeht, werden wir in wenigen Jahren kein Arzneimittel mehr zur Verfügung haben, das gegen die zunehmend resistenten Würmer wirksam ist.

 

Umdenken ist notwendig

Nach dem derzeitigen Prinzip werden Resistenzen gefördert und resistente Würmer auf den Weiden verteilt. Außerdem wird der Darmtrakt und damit der Gesamtstoffwechsel der Pferde immer wieder mit Wurmkuren versorgt, die bei etwa 70-90% der Pferde gar nicht notwendig sind. Wurmkuren sind relativ gut verträglich, trotzdem sollte ein Organismus nicht mit mehr chemischen Substanzen belastet werden, als unbedingt notwendig. Tatsächlich findet man nämlich bei den meisten Pferden in Kotprobenuntersuchungen gar keine oder nur sehr wenige Parasitenstadien. Diese Pferde müssen dann auch gar nicht entwurmt werden. Für uns im Hamburger Raum können die Kotproben bei KotProLab Limones untersucht werden (http://selektive-entwurmung-pferd.de)

Beratung und Betreuung bei der Entwurmung

Das Prinzip der selektiven Entwurmung ist einfach, sinnvoll und gesetzeskonform. Wenn Sie für Ihr Pferd oder den ganzen Stall die Selektive Entwurmung umsetzen wollen, dann sollten Sie sich beraten lassen von einem Tierarzt, der sich mit dem System auskennt und Sie auf dem Weg der Umsetzung betreuen kann. Ich kann diese Beratung und Betreuung gerne übernehmen. Wir beginnen mit einem Vortrag, der Sie über alle Einzelheiten der Vorgehensweise aufklärt.

Schreiben Sie mir gerne eine Email oder rufen Sie mich an.

 

 

Schreibe einen Kommentar